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Berlin – Weltoffen & Tolerant

Seit den 1920er-Jahren entwickelt sich Berlin, wenn auch mit Unterbrechungen, zur weltoffenen & toleranten Hauptstadt der Homosexualität. Bereits 1897 gründete Magnus Hirschfeld in Berlin die erste schwule Menschenrechtsorganisation. In den 1920er-Jahren tobte in Berlin das schwule und lesbische Nachtleben und zog Künstler, Schauspieler und Kreative an. Nach der Zerschlagung der schwul-lesbischen Kultur durch die Nationalsozialisten, und der andauernden Diskriminierung der Nachkriegszeit, dauerte es bis sich die Szene wieder erholte. 1979 fand der erste Christopher Street Day in Berlin statt. Inzwischen feiern jedes Jahr bis zu 750.000 Menschen zusammen den Berlin Pride in den Straßen der Hauptstadt. Das lesbisch-schwule Stadtfest findet traditionell an dem Wochenende vor dem Christopher Street Day statt. Lesbische, schwule, bisexuelle und transidentische Projekte, Vereine und Organisationen informieren an Ständen über die unterschiedlichen Themen. Informationen über die Berliner LGBTI*-Szene bieten die Monatsmagazine Siegessäule und Blu.

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Respect at CSD auf der Spree 2018 Foto Pedro Becerra 31 768x577 - Berlin - Weltoffen & Tolerant

In den Berliner Regenbogen-Kiezen ist die LGBTI*-Szene zu Hause. Deutlich spürt man das in dem Kiez „Kreuzberg 61“, im westlichen Teil Kreuzbergs rund um den Mehringdamm. Cafés wie die Sarotti-Höfe laden hier zum Verweilen ein. Für eine ausgedehnte Shopping-Tour ist man in der Gegend rund um den Hackeschen Markt bis hin zum Rosenthaler Platz genau richtig. Der Weinbergpark bildet hier das LGBTI*-Herz des Kiezes. Ein paar Kontraste zu der schicken Mitte-Szene gibt es auch: Das Betty F*** ist eine winzige Trinkstation, die immer rappelvoll mit netten, geselligen Menschen ist. Mittelpunkt der Szene – damals wie heute – ist der schwule Traditionskiez Schöneberg. Von Fugger- und Motzstraße bis zur Maaßenstraße und dem Nollendorfplatz machen die unterschiedlichsten Bars, Clubs, Restaurants und Läden den Nollendorfkiez zum „Gay Village“. Einige Kneipen und Cafés sind über die Jahre zu wahren Institutionen der Szene geworden, wie beispielsweise das Café Berio.

Gay Berlin ist mehr als Tanzen oder Flirten  

Berlin hat ein breites Angebot an LGBTI*-Bars. Neben den Clubs, in denen ausgelassen gefeiert werden kann, gibt es auch eine Vielzahl von Bars mit schwul-lesbischem Publikum. Die Heile Welt ist eine Institution im Schöneberger Kiez. Am Wochenende besuchen viele schwule Berliner die kleine Bar sowohl als Startpunkt als auch für den letzten Drink des Abends. In Mitte hat sich die Bar Saint Jean innerhalb kürzester Zeit zu einem der beliebten Treffpunkte für schwule Männer entwickelt. Die französischen Betreiber setzen auf eleganten Stil, hochwertige Longdrinks und Cocktails. Auch die Große Freiheit 114 in Friedrichshain ist zu einer Institution geworden. Sie ist die einzige schwule Kneipe mit Darkroom. Wer ausgelassen feiern möchte, kann das fast überall in Berlin. Zu den bekanntesten Locations gehört der Connection Club in Berlin-Schöneberg. Wie in  
vielen LGBTI*-Clubs sind hier außer Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen auch alle anderen Gäste herzlich willkommen. Der Klub International in Mitte bietet seinen Gästen drei Dancefloors. Hier legen häufig Drag Queens auf und sorgen für eine ausgelassene Stimmung. Besonders freizügig geht es im legendären KitKatClub zu, in dem sich von Freitag bis Montag ein polysexuelles Publikum zum Tanzen, Flirten und mehr tummelt. 

Kreativ und weltoffen – die LGBTI*-Kulturszene

Im Schwulen Museum* kann auf drei Etagen die Geschichte der LGBTI*-Community erkundet werden. Das Museum bietet verschiedene Schauräume, eine Bibliothek und ein Archiv sowie Vorträge. Wer gerne ins Kino geht, ist im Kino International richtig. Jeden Montag um 22 Uhr werden bei MonGay Filme gezeigt, die speziell auf schwule und lesbische Filmliebhaber abgestimmt sind. Oft sind es aktuelle Kinoblockbuster, gelegentlich auch mal ein alter Klassiker. Auch ein Besuch in der Berliner Kabarett Anstalt, BKA, lohnt sich. Hier präsentieren Künstler fast jeden Abend Impro- und Kleinkunst sowie verschiedene Transvestie-Shows wie Cherchez La Femme von Joey Arias und Sherry Vine.

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