Auf der Mein Schiff 5 bringt TUI Cruises mit dem Hanami by Tim Raue asiatische Spitzenküche auf See. Im Gespräch erzählen Wybcke Meier und Tim Raue, wie aus einer kulinarischen Idee ein besonderes Restaurantkonzept an Bord wurde – und warum Kreuzfahrt für beide viel mit Begegnung, Genuss und Inselgefühl zu tun hat.
Text: Oliver P. Mueller
Bilder: Paul Schirnhofer
Inselmenschen: Wybcke Meier, Tim Raue und die Mein Schiff 5
Wybcke Meier steht seit zwei Jahren an der Spitze von TUI Cruises. Aufgewachsen auf Helgoland, hat sie Tourismus von der Pike auf gelernt und blickt auf namhafte Stationen in ihrer Karriere zurück. Für die Mein Schiff 5 holte sie einen der bekanntesten deutschen Spitzenköche an Bord: Tim Raue.
Raue wuchs im geteilten Berlin auf. Nach seiner Ausbildung zum Koch leitete er als Küchenchef unter anderem das Restaurant 44 im Swissôtel sowie das MA im Adlon. Seit 2010 ist er mit dem Restaurant Tim Raue selbstständig. Inzwischen wurde sein Restaurant mit zwei Michelin-Sternen und 19 Punkten im Gault&Millau ausgezeichnet. Darüber hinaus wurde es auf Platz 34 der renommierten Liste „The World’s 50 Best Restaurants“ gewählt.
Mit dem Hanami by Tim Raue bekommt die Mein Schiff 5 ein neues kulinarisches Highlight. Wir haben Wybcke Meier und Tim Raue beim gemeinsamen Kochen in Berlin getroffen.

Tim Raue Mein Schiff 5: Wie entstand das Hanami by Tim Raue?
Mit dem Hanami by Tim Raue gibt es ein neues Erlebnis auf der Mein Schiff 5. Wie kam es dazu, und wie haben Sie zueinander gefunden?
Wybcke Meier: Ich bin ein absoluter Fan der asiatischen Küche mit ihren Aromen und habe das Restaurant zu der Zeit kennengelernt, als ich in Berlin für einen kleinen Veranstalter von Luxusreisen gearbeitet habe. Tim Raue gab damals Gästen am Nachbartisch Tipps, wo man in Hongkong einkaufen geht und wo man den besten Fisch bekommt.
Da habe ich gedacht: Das ist doch eine tolle Idee, solche Dinge mit dem Thema Reisen zu verbinden. So ist der erste Kontakt entstanden. Später, als ich dann bei TUI Cruises angeheuert hatte, lag es nahe, dieses Thema bei der Planung der neuen Schiffe mit einzubeziehen.
Tim Raue: Schiff war für mich ein grundsätzlich neues Thema. Mich hat aber schon in der Entstehungsphase die Möglichkeit gereizt, hier ein eigenes, ganzheitliches Konzept zu prägen. Dazu habe ich noch den schönsten Platz auf dem Schiff bekommen – mit optimalen Arbeitsbedingungen. Was will man mehr?

Hanami by Tim Raue: Asiatische Küche auf See
Wie schaut das Konzept aus, und wie oft sind Sie persönlich an Bord?
Tim Raue: Ich bin hin und wieder selbst an Bord, daneben betreut einer meiner Souschefs dieses Projekt. Wir entwickeln hier in Berlin die Rezepte und sind regelmäßig an Bord.
Das Schiff bietet dabei eine Reihe von Herausforderungen, denen wir uns gern stellen. Wir müssen die Lebensmittel so auswählen, dass wir diese auch weltweit bekommen. Und wichtig ist natürlich auch der Dialog mit dem Gast, für den wir das Erlebnis gestalten.
Wybcke Meier: Das Schiff ist natürlich auch insofern besonders, als dass die Gäste in ihrem Zuhause auf Zeit sich ganz anders auf diese Dinge einlassen. In der Urlaubssituation entsteht eine Wohlfühl-Stimmung, in der man sich gerne Zeit für Genusserlebnisse nimmt.
Japanisch, thailändisch, chinesisch: Die Küche von Tim Raue an Bord
Wie würden Sie Ihre Küche beschreiben? Und wie ist die Planung in der Entwicklung der Flotte?
Tim Raue: Das Hanami ist eine Kombination aus japanischer, thailändischer und chinesischer Küche. Aus der thailändischen Küche kommt das Aromatische. Wir geben jedem Gang Süße, Säure und Schärfe.
Die warmen Gerichte sind eine Interpretation der chinesischen Küche, wie unsere Hanami-Ente oder das Wok-Rinderfilet. Die Vorspeisen gehen eher in den japanischen Bereich – mit Sushi, Sashimi oder auch Salaten.
Daneben gibt es auch Signature-Gerichte aus unserem Restaurant in Berlin, wie die Wasabi-Garnele oder die Thunfisch-Pizza.
Wybcke Meier: Unser Ziel ist es, dieses Konzept auch auf weitere Schiffe zu übertragen, zu entwickeln und auszubauen. Der deutsche Gast wünscht sich ja immer wieder etwas Neues. Dennoch muss man ihn dann auch Schritt für Schritt an das Unbekannte heranführen und mit unterschiedlichen Angeboten über den Tag hinaus das Kennenlernen ermöglichen.

Spitzenküche an Bord: Bewusst niedrigere Einstiegshürde
An Land ist ein Essen bei Tim Raue ja durchaus im gehobenen Preissegment angesiedelt. Wie schaut das an Bord aus?
Tim Raue: Für uns ist es besonders spannend, dass wir uns mit dem Engagement bei TUI Cruises einfach breiter aufstellen können. Wir erreichen ganz neue Zielgruppen.
Liegen die Preise an Land für ein Vier-Gang-Menü bei 128 Euro, so sind es an Bord ein Aufpreis zum Premium Alles Inklusive-Angebot von um die 30 Euro. Wenn ich selbst an Bord bin, streife ich ja auch gern durch die Bars und Restaurants und muss sagen, dass mich auch Dinge wie die Weinkarte von der Vielfalt und der Preisgestaltung echt positiv überrascht haben.
Wybcke Meier: Wir haben die Einstiegshürde bewusst niedrig gewählt, denn wir möchten ja, dass alle Gäste die Möglichkeit haben, solche besonderen Highlights während ihrer Reise auf der Mein Schiff zu erleben.
Dazu gehören neben den drei Signature-Gerichten aus dem Berliner Restaurant auch die speziellen Kreationen für die Mein Schiff Flotte.
Feedback zum Hanami by Tim Raue auf der Mein Schiff 5
Wie ist das Feedback?
Tim Raue: Ich war überrascht, wie viele meiner Gäste aus Berlin auch schon an Bord zu Gast waren. Hier ist das Feedback durchweg sehr positiv. Das Restaurant wird so erlebt und eingeschätzt, wie wir es positioniert haben: als eine zwanglose Version meiner Küche, so wie wir sie in meinem Restaurant Sra Bua im Adlon Hotel bieten.
Wybcke Meier: Neben der Küche bekommen wir durchweg positives Feedback für den exklusiven Platz in der Großen Freiheit und das gesamte Interieur. Ein echter Blickfang ist dabei der filigrane Origami-Kirschbaum des niederländischen Künstlers Peter Gentenaar.
Mein Schiff als schwimmende Insel
Wie haben Sie die Mein Schiff erlebt?
Tim Raue: Ich bin ja Westberliner – also so eine Art Inselmensch. Ich mag Phuket, Singapur, Hongkong oder Sizilien. Auf dem Schiff ist das ähnlich. Es ist wie eine schwimmende Insel.
Man hat Grenzen, was dazu führt, dass man den Menschen an Bord immer wieder begegnet. Und man entwickelt einen ganz anderen persönlichen Kontakt, wenn man an Bord ist.
Hier in Berlin kommt der Gast ins Restaurant, kommt aus der ganzen Welt und ist nach zwei Stunden wieder weg. An Bord hat man die Gäste um sich und entwickelt ein ganz anderes Verständnis. Das ist großartig.
Ich verstehe jetzt auch viel besser, warum Kollegen wie Dieter Müller ihr Restaurant aufs Schiff verlegt haben: weil der Kontakt zum Gast in einer Intensität möglich ist, die so an Land nicht funktioniert.
Wybcke Meier: Das kann ich nur bestätigen. Auch ich habe ja schon zahlreiche Stationen in der Touristik durchlaufen, und es gibt nirgendwo so viel Kundenfeedback wie in der Kreuzfahrt. Das ist schon einzigartig.

Tim Raue, TUI Cruises und ein neues Verständnis von Kreuzfahrtkulinarik
Mit dem Hanami by Tim Raue auf der Mein Schiff 5 zeigt TUI Cruises, wie stark sich Kreuzfahrtkulinarik verändert hat. Es geht nicht mehr nur um große Buffets und klassische Bordrestaurants, sondern um eigenständige Genusskonzepte, persönliche Handschriften und ein kulinarisches Erlebnis, das zur Reise passt.
Tim Raue bringt seine asiatisch inspirierte Küche auf See, ohne sie einfach zu kopieren. Das Hanami ist keine schwimmende Version seines Berliner Restaurants, sondern eine bewusst zugänglichere, entspanntere Interpretation seiner Aromenküche.
Für die Mein Schiff 5 entsteht daraus ein Restaurant, das perfekt zur Idee moderner Kreuzfahrt passt: hochwertig, aber nicht steif. Besonders, aber nicht unnahbar. Und genau deshalb ist das Hanami by Tim Raue ein gutes Beispiel dafür, wie Kreuzfahrt heute neue Zielgruppen erreicht – über Geschmack, Atmosphäre und das besondere Gefühl, auf See für einige Tage Teil einer kleinen schwimmenden Welt zu sein.




